
Mit Pauken und Trompeten bestanden
In der Hüffenhardter Jungendkapelle wird fundierte Ausbildung groß geschrieben. Erste Prüfungen abgelegt
Von Annette Gast-Prior
19 auf einen Streich. Über diese Bilanz freut sich die
Hüffenhardter Feuerwehrkapelle, denn so viele Jugendliche haben im fünften
Jahr des Bestehens der Nachwuchskapelle ihr Junior-Abzeichen abgelegt. Allein
für die Prüfung haben die Kinder und Jugendlichen zwischen acht und 16 Jahren
einen Samstag geopfert, dazu vorher Theorie gepaukt und jeweils vier
Musikstücke vorbereitet, von denen sie zwei vortragen mussten. So ein
Solo-Vorspiel geht auch mit dem Schlagzeug, erklärt Gast-Prüfling Niklas
Weizsäcker, der mit seiner Gipshand die schwierigsten Bedingungen mitbrachte,
aber den Beatle-Boogie zur Zufriedenheit von Dirigent Jürgen Ullrich, der
Feuerwehrkapellen-Vorsitzenden Corianna Mengel und Jugendleiterin Andrea Strach
meisterte. Stolz ist Strach auf ihre Zöglinge: „Eine Viertelstunde vor Beginn
der theoretischen Arbeit saßen alle mit gespitztem Bleistift parat", lobt
sie die Disziplin der jungen Musiker. Gehörbildung mussten sie beweisen,
erklärt Strachs Zwölfjähriger Fabian das „Abhören" einzelner Tonlagen
auf dem Klavier. Wie Rhythmen zu bestimmen, Takte zu ergänzen, Notenwerte und
Pausen richtig zu erkennen sind, lernen die Musikschüler unter anderem an den
Probenwochenenden, die im Vereinsjahr eingeplant sind. Zum Warmspielen für den
Praxisteil hatten die meisten viel Zeit, „das war langweilig",
kommentiert Thomas Seußler. Ein Seemannslied und ein Mozart-Allegrogab er zum
besten, froh, die vorzutragenden Stücke wider Erwarten selbst bestimmen zu
dürfen. Das dämpfte die Aufregung, auch bei Theresa Vogt, die mit einem
Bach-Menuett den Schluss bei den Prüfungs-Soli machte. Die Prüfungsunterlagen
stellte der Blasmusikverband Odenwald-Bauland, erklärt der ehrenamtliche
Dirigent Ullrich. Bei der Jahreshauptversammlung des Hüffenhardter
Traditionsvereins, zu der auch der Jugendkapelle-Förderverein eingeladen ist,
werden am 24. März die Junior-Abzeichen verleihen. „Echt klasse",
bescheinigte ihr Dirigent den Jugendlichen, deren Ausbildung er 2005 nach dem
Tod des Gründers der Jugendabteilung, Peter Wuscher, übernommen hatte. „Da
hat sicher jeder etwas getan", erkennt Mengels Vize Uwe Reimold die
Leistungen der Junioren an und spekuliert, manch ein alter Hase in der Kapelle
hätte sich auf die Prüfung gut vorbereiten müssen. Den „Bronze-Lehrgang",
der dann vom Verband abgenommen wird, streben die Jugendlichen als nächstes an.
Bei eigenständigen Auftritten habe sie schon Spielfähigkeit bewiesen und
werden schon jetzt bei Auftritten mit der großen Kapelle eingeplant. Um auch
Jüngere für eine Musikausbildung bei der FWK zu interessieren, bietet Andrea
Strach seit einem Jahr zwei musikalische Früherziehungsgruppen an. Instrumente
und Noten lernen dort schon die Vier- bis Siebenjährigen, gehen mit
Orff-Instrumenten um und erzählen Musikgeschichten. Frühestens achtjährig
können die Kinder eine Instrumentalausbildung in der Jugendkapelle beginnen.